Joel Dicker. Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert.

Piper Verlag
Gebundene Ausgabe
Preis: 22,99 €

Das Buch ist raffiniert aus der Perspektive des dreißigjährigen Jungschriftstellers Marcus Goldmann erzählt. Dieser entdeckt kurz nachdem er auf dem Höhepunkt seines Erfolges angekommen ist, im Frühjahr 2008, dass sein siebenundsechzigjähriger Professor Harry Quebert, einer der angesehensten Schriftstellers Amerikas, im Alter von vierunddreißig Jahren ein Verhältnis zu einer Fünfzehnjährigen hatte. Mit dieser Fünfzehnjährigen, Nola, verbringt er den „Sommer seines Lebens“ im Jahr 1975 und schreibt seinen Erfolgsroman, der ihn zum Schriftsteller „seiner Generation“, und danach zum Professor macht. Nola verschwindet Ende August 1975, kurz nachdem sie, in einem Waldstück nahe ihres Wohnortes, verfolgt von einem Mann, letztmals gesehen wurde, spurlos; und: wird nie gefunden. Im besagten Frühjahr 2008 wird Nolas Leiche auf dem Anwesen von Harry Quebert gefunden. Ganz Amerika und die Einwohner seines Wohnortes halten ihn daraufhin für den Mörder; die Affäre, die die beiden 1975 verband gerät an die Öffentlichkeit.

Der Autor versteht es die Geschichte gut aufzubauen und die Vergangenheit in Rückblenden gut mit der Gegenwart zu verbinden. Jedem Kapitel ist eine „Weisheit“, die Harry seinem Studenten Marcus über das Schreiben eines Buchs mit auf den Weg gegeben hat, vorangestellt. Das sind 31 - folglich hat das Buch 31 Kapitel. Außerdem verwebt er den Text Marcus Buches, das dieser schreibt um seine eigene Schreibblockade zu lösen, mit den Ereignissen und den Ermittlungen um den Tod der Fünfzehnjährigen aufzuklären sowie dem Erfolgrsroman seines Professors Quebert. Bis zum Ende bleibt es sehr spannend. Selbst dann, wenn man kurz vor Ende eine überraschende Wende erwartet, ist man von dieser überrascht. Es ist eines der wenigen Bücher, bei denen man bereut, dass es zu Ende ist; man es ausgelesen hat.

Michael Keilbach