Marion Brasch. Ab jetzt ist Ruhe.

Fischer Verlag
Taschenbuchausgabe
Preis: 9,99 €

Die Autorin erzählt ihre eigene Lebensgeschichte - über ihre Kindheit und das Aufwachsen in der DDR, das Scheitern der DDR sowie die Wendezeit bis zum Jahr 2002. Das Buch zeichnet ein ganz anderes - positiv gestimmtes - Bild, als Runge es in seinem DDR Buch tut. Dieses andere Bild resultiert daraus, dass es nicht die Perspektive der Durchschnitts- DDR- Familie ist, aus der man auf die DDR blickt. Der Vater ist Parteifunktionär gewesen, und hatte verschiedene Ministerämter inne. Deshalb war die Kindheit und die Jugend der Hauptperson privilegiert. Sie war zudem das vierte und jüngste Kind und das einzige Mädchen; viele Hoffnungen der Eltern ruhten auf ihr.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr scheitert - zusammen mit der DDR - auch der Lebensentwurf der Familie. Vater und Mutter entfernen sich wegen der vielen Auslandsreisen des Vaters; die Söhne rebellieren auf, stellen Ausreiseanträge. Ein Sohn darf ausreisen, findet sein Glück im Westen und wird dort berühmt. Die anderen Söhne entfernen sich immer mehr vom Vater.

Am Ende schließt die Autorin damit, dass in der DDR nicht alles toll war, auch nicht alles schlecht. Sie hätte gerne ein anderes Land gehabt, aber hatte nicht den Mut selbst etwas zu verändern.

Ich fand das Buch gut und strukturiert erzählt. Es liest sich flüssig und erzählt über einen großen Zeitraum deutscher Geschichte. Das jeweilige Jahr, in dem die Erzählung spielt erkennt man nur, wenn man mit den Daten der Weltgeschichte vertraut ist (Tod Jon Lennon, Wahl von Gorbatschow, Aufstand Ungarn etc.)

Michael Keilbach